Solidarische Ökonomie

Unter das Paradigma der commons passen verschiedene soziale Praktiken, z.B. Care-Ökonomie, der Ansatz des “Guten Lebens”, in Lateinamerika auch “Buen vivir” genannt, commons-based peer-production, genossenschaftliche Unternehmen oder lokale Ökonomien, aber auch Subsistenz- und Suffizienzansätze.

Ein Wirtschaftsmodell, das, wie die Idee der commons, von Lateinamerika nach Europa gekommen ist, ist Solidarische Ökonomie. Unter diesem Begriff lässt sich eine breite Palette an unterschiedlich organisierten Unternehmen und Organisationen zusammenfassen, die einige wesentliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Diese sind

  • Selbstverwaltung oder Selbstorganisation
  • Demokratie
  • Gemeinwesen- oder Bedürfnisorientierung
  • Orientierung an ökologischer Nachhaltigkeit

In Brasilien gibt es nicht nur einen Staatssekretär für Solidarische Ökonomie, dort ist Solidarische Ökonomie auch ein Fachgebiet an der Universität. Die Universität Kassel hat diesen Schwerpunkt aufgegriffen und der Verein zur Förderung Solidarischer Ökonomie in Kassel hat einen Atlas Solidarischer Ökonomie in Nordhessen (pdf 10MB) herausgegeben.

An ihren Kriterien erkennt man schon die Ähnlichkeit zwischen Solidarischer Ökonomie und commons. Man kann sagen, dass Solidarische Ökonomie auf commons basiert und commons erzeugt und erhält, sie ist also eine Form von “commoning”.

Auch bei uns gibt es nach wie vor viele solidarische Wirtschaftsformen. Es ist an der Zeit, sich darauf zu besinnen, sie zu stärken und auszubauen. Es gibt Bereiche in unserer Gesellschaft, die wir nicht dem Markt überlassen sollten und die besser und billiger in Solidarischer Ökonomie hergestellt werden können. Damit diese dauerhaft bestehen kann, ist es notwendig, dass sich die einzelnen solidarisch organisierten Projekte, Organisationen und Unternehmen zu Netzwerken oder Produktionsketten zusammenschließen und dadurch die Abhängigkeit vom Marktsystem verringert wird.

Literaturtipp: Elisabeth Voß (2010): Wegweiser Solidarische Ökonomie. Anders wirtschaften ist möglich! AG Spak, Neu Ulm
Die Links zu den vorgestellten Projekten gibt es hier

Beispiele für Solidarische Ökonomie