Was ist commoning?

Es gibt kein commons ohne die community, die Nutzergemeinschaft, die es erhält. Commons sind nicht nur eine Gabe, sondern auch eine Aufgabe. Ohne die aktive Beteiligung aller NutzerInnen kann ein commons nicht erhalten bleiben. Die Tätigkeit der Nutzung und des Erhalts von commons wird “commoning” genannt. Auf Deutsch könnte man sagen, es geht um das “sich kümmern”, um die Sorge darum, dass ein commons nicht übernutzt wird, oder – was auch passieren kann – nicht durch Nichtnutzung verschwindet. Ersteres gilt für begrenzte natürliche Ressourcen, zweiteres für nicht stoffliche commons, wie Musik, eine Sprache oder Demokratie.

Die Tätigkeit des commoning braucht Vertrauen zueinander und Respekt und Verantwortung füreinander und für das gepflegte commons. Sie hat einige Besonderheiten:

  • Es geht um Beitragen statt Tauschen, commons-Beziehungen sind also keine Marktbeziehungen. Commons können nicht ge- oder verkauft werden, sie können aber zur Herstellung von Waren verwendet werden, die dann verkauft werden. Jede und jeder tragen bei, was sie können, alle nutzen, was sie zum Leben brauchen.

  • Commoning ist geprägt von Kooperation, schließt jedoch Wettbewerb nicht aus. Dieser wird allerdings nicht zum leitenden Prinzip.

  • Alle NutzerInnen des commons bestimmen gleichberechtigt über die Regeln der Nutzung mit. Alle übernehmen auch Verantwortung für das common.

Commoning ist eine Tätigkeit, die nicht nur bestimmte soziale Fähigkeiten braucht, sondern diese auch hervorbringt. Commoning führt zu grundsätzlich anderen sozialen Beziehungen als das Konkurrenzsystem der Marktwirtschaft und damit auch zu mehr sozialer Qualität einer Gesellschaft mit vielen commons.