Was sind commons?

Ursprünglich stammt der Begriff aus dem vorindustriellen England. Die Freiheitsrechte der Menschen sollten durch Nutzungsrechte an „commons„, abgesichert werden. Alles was die Menschen zum Leben brauchten – Holz zum Bauen und Heizen, Weide für das Vieh und Land zum Anbau von Lebensmitteln – war zur Nutzung für alle frei und durfte von den Besitzern nicht eingehegt werden. Dadurch wurden Abhängigkeitsverhältnisse vermieden. Umgekehrt wurde durch die Art der Nutzung die Pflege und der Erhalt der Wälder und Weiden garantiert. Außerdem gehörte zum Recht auf commons auch das Recht zur Verteidigung der commons, also das Recht, Zäune einzureißen, die die Nutzung der commons verhinderten.

In den letzten Jahren wurde der Begriff commons vor allem von den sozialen Bewegungen des Südens erneut aufgegriffen und fand von dort wieder nach Europa zurück.

Ein weiterer wichtiger Impuls kam von der Freien Software Bewegung und den BefürworterInnen von „Wissenscommons“. Unter dem Begriff commons verbinden sich also alte Traditionen mit einer modernen Kultur.

In allen diesen Fällen sind Commons nicht spezielle Güter, sie stellen auch nicht eine spezielle Eigentumsform dar. Als commons bezeichnen wir Arrangements zur Herstellung und Erhaltung von gemeinsam genutzten Ressourcen, es handelt sich also eine spezifische Art der Beziehung zwischen Menschen in Bezug auf die Dinge, die für ihre Existenz notwendig sind. Commons brauchen die community, die sie pflegt und erhält durch kollektives Handeln, das commoning genannt wird. Ob etwas ein commons ist, hängt also von der Art der Nutzung ab.

Viele unterschiedliche Dinge könnten als commons behandelt werden. Nicht nur Grund und Boden, Saatgut, Rohstoffe oder Wasser, auch Wissen, Kunst und Kultur, Sprache oder Gene, ein Gesundheits- oder Bildungssystem und nicht zuletzt freie Software sind commons, wenn wir es wollen.

Die Vielfalt der commons erfordert eine Vielzahl von unterschiedlichen Regelungen, commons heißt also nicht eine Lösung für alle, sondern die NutzerInnen jedes commons müssen ihre Regeln selbst entwickeln.

Commons können aber auch als ein Paradigma verstanden werden, ein spezifischer Blick darauf, wie wir unsere Gesellschaft und Wirtschaft organisieren können, der verschiedene praktische Umsetzungen zulässt, unter anderem