Wie funktionieren commons?

Für commons müssen wir zwischen Besitz und Eigentum unterscheiden: Besitz berechtigt zur Nutzung eines Gutes, nicht jedoch dazu, andere von der Nutzung auszuschließen oder das Gut zu verkaufen oder zu zerstören. Die juristische Eigentumsform ist dafür unerheblich, commons können in privatem, öffentlichen oder gemeinschaftlichen Eigentum sein, sie müssen jedoch nach bestimmten Regeln genutzt werden.

Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass commons „niemandem“ gehören und für alle frei zugänglich sind.

Tatsächlich gibt es einige Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit commons funktionieren:

  • Sie brauchen eine genau definierte Gruppe von NutzerInnen (die jedoch in manchen Fällen, wie z.B. bei natürlichen Ressourcen, die ganze Menschheit sein kann)

  • Es muss klare Regeln für ihre Nutzung geben, die von der Gruppe der NutzerInnen entwickelt und kontrolliert werden. Diese Regeln stellen sicher, dass commons nicht übernutzt werden, aber auch nicht durch Nichtnutzung verschwinden.

  • Es muss Sanktionen für Regelverstöße geben, diese Sanktionen dürfen aber nicht existenzbedrohend sein.

  • Die Regeln müssen vom Staat anerkannt werden, oft erhalten sie Gesetzesstatus. Staat und Unternehmen können in die Regelung einbezogen sein.

  • Commons funktionieren nicht nach dem Marktprinzip – man kann sie nicht kaufen oder verkaufen, man muss sie herstellen und pflegen.

Die Regeln und Funktionsweise vieler commons hat die Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom untersucht.

Wie Regeln für globale commons, wie Erdöl oder die Atmosphäre, ausschauen könnten, oder wie die Idee der commons in einer modernen spätkapitalistischen Gesellschaft umgesetzt werden kann, das sind die Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Die Idee der commons kann uns dazu eine Argumentationsgrundlage bieten, die Lösungen müssen wir erst erarbeiten.